Wir sind bei Nino, bei dessen Familie Annkathrin 2005 in Tzanchaj gelebt hatte, zum Mittagessen eingeladen.
Wir spazieren nach Tzanchaj über eine staubige aber mittlerweile asphaltierte Strasse, die aus dem Ort heraus führt und durch die vorgelagerten Stadtteile bzw. Dörfer Panabaj und Tzanchaj führt. Panabaj ist im Jahr 2005 ganz besonders schwer durch die Schlammlawine, die durch die schweren Regenfälle des Hurrikan Stan ausgelöst wurde, betroffen gewesen und es starben über tausend Einwohner.
Noch immer sieht man verschüttete Häuser dort, doch viele sind wieder in ihre Häuser eingezogen. In Panabaj und Tzanchaj leben die Menschen in wesentlich ärmeren Verhältnissen, als im Stadtzentrum, wo wir leben. Die meisten haben zwar irgendwie Strom und Wasser, doch sie arbeiten in der Regel als Tagelöhner oder haben kleine Grundstücke, die sie bewirtschaften und die Frauen verdienen durch ihr Kunsthandwerk, meist Perlenarbeiten, noch etwas hinzu. Zwischen Panabaj und Tzanchaj sieht man die Bauruinen von einer ganzen Gruppe von Häusern, die als Ersatz für die Menschen gebaut worden waren, die durch den Hurrikan Stan ihre Häuser verloren haben. Kurz vor der Fertigstellung stellte man jedoch fest, dass das Gebiet, in dem sie gebaut worden sind, weiterhin hochgradig gefährdet ist durch Schlammlawinen zerstört zu werden. So wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen bis es erneut zur Katastrophe gekommen wäre. So hat man dann auf der anderen Seite des Ortes neue Ortsteile angelegt - Chukmuk eins bis vier.
Noch immer sieht man verschüttete Häuser dort, doch viele sind wieder in ihre Häuser eingezogen. In Panabaj und Tzanchaj leben die Menschen in wesentlich ärmeren Verhältnissen, als im Stadtzentrum, wo wir leben. Die meisten haben zwar irgendwie Strom und Wasser, doch sie arbeiten in der Regel als Tagelöhner oder haben kleine Grundstücke, die sie bewirtschaften und die Frauen verdienen durch ihr Kunsthandwerk, meist Perlenarbeiten, noch etwas hinzu. Zwischen Panabaj und Tzanchaj sieht man die Bauruinen von einer ganzen Gruppe von Häusern, die als Ersatz für die Menschen gebaut worden waren, die durch den Hurrikan Stan ihre Häuser verloren haben. Kurz vor der Fertigstellung stellte man jedoch fest, dass das Gebiet, in dem sie gebaut worden sind, weiterhin hochgradig gefährdet ist durch Schlammlawinen zerstört zu werden. So wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen bis es erneut zur Katastrophe gekommen wäre. So hat man dann auf der anderen Seite des Ortes neue Ortsteile angelegt - Chukmuk eins bis vier.
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| Nino mit Tochter Susana |
Bei Nino empfangen uns seine beiden kleinen Töchter und zwei Hunde. Nino kommt dann auch dazu; er hatte wohl gerade noch geschlafen. Alle sind vor allem von Milan fasziniert.
Nino hat vier Kinder. Der älteste Sohn ist 16 Jahre alt, er grüßt und beachtet uns kaum und wirkt uns gegenüber extrem schüchtern. Ein paar Kumpels von ihm sind zu Besuch. Nino erzählt uns das einer von ihnen, ebenfalls 16, in fünf Monaten Vater wird und bereits verheiratet ist. Für uns wirken die Jungs noch sehr klein. Schule haben sie abgebrochen, da sie keine Lust mehr hatten. Nino erzählt aber stolz, dass Nicolas regelmäßig fischen geht und den Fisch auf dem Markt verkauft. Am Vortag habe Nicolas fünf Kilo Fisch gefangen.
Ninos älteste Tochter ist ungefähr zwölf Jahre alt. 2005 fiel sie als unheimlich aufgewecktes und zum Teil freches Mädchen auf. Ich hatte sie sehr ins Herz geschlossen. Mittlerweile hat sie ebenfalls die Schule abgebrochen. Sie spricht nur sehr schlecht Spanisch und war nicht lange genug in der Schule um richtig Lesen und Schreiben zu können.
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Nino erzählt uns davon, dass er sich noch weiteres Land gekauft hat und dass er noch weitere Grundstücke anstrebt. Neben dem Job im Hotel hat er auch noch ein paar kleine Grundstücke, auf denen er Kaffee anbaut. Es ist ihm sehr wichtig, dass er für jedes seiner Kinder Wohnraum für sie und ihre zukünftigen Familien haben wird.
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| Ninos Frau Ana mit Milan |
Nino serviert uns auf großen Tellern Essen, für das er wahrscheinlich extra in die Stadt gefahren ist, um es für uns zu kaufen. Ein Tisch und Plastikstühle werden herbeigeholt und wir sollen uns setzen. Die anderen haben angeblich schon gegessen oder essen später. Die Tochter Ana sitzt in der Küche und isst Hühnchen. Sie schämen sich, mit uns zusammen zu essen und für uns ist es ein komisches Gefühl, alleine vor ihnen zu essen. Mit Ninos Frau Ana können wir leider so gut wie gar nicht kommunizieren, da sie kein Spanisch spricht. Ab und zu übersetzt Nino, was sie auf Tzutujil sagt, aber sie ist sehr zurückhaltend. Trotzdem macht es den Eindruck, als würde sie sich freuen, dass wir da sind.
Die Tochter Ana will gerne immer wieder Milan auf den Arm nehmen. Die Eltern von ihr ermahnen sie immer wieder, dass sie das nicht machen solle. Insgesamt haben wir viel Spaß mit den Kindern, die sich vor allem über Milan freuen, der wiederum gebannt dem Trubel zuschaut.
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| Eine neue Tragetuchtechnik wird ausprobiert. |
Auf dem Rückweg machen wir dann noch Halt an der Badestelle des (Luxus-)Hotels in dem Nino arbeitet. Das stellt einen starken Kontrast zu der Lebenswelt in Tzanchaj dar und wirkt erstmal etwas verwirrend. Direkt am See ist auch ein Pool und ein Hot Tub. Vor dem Pool sollen sich zwei US-Amerikaner, ein älteres Paar. Der Mann hat einen stark sonnenbrandversehrten Oberkörper. Wir gehen eine Runde im See schwimmen. Das Wasser ist erfrischend und es ist einfach idyllisch mit Blick auf den Vulkan und den Ort. Am Ufer sind verschiedene Wasservögel zu sehen.
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| Der Swimming Pool am See des Hotels Posada in dem Nino als Kellner arbeitet |






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