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Montag, 17. Dezember 2012

Jaibalito

Sicht von Jaibalito aus auf die Vulkane Tolimán
und San Pedro
So nach und nach lernen wir verschiedene Orte hier am See kennen. Dieses Mal möchten wir über einen Ausflug in das kleine Dorf Jaibalito berichten. Dass wir nach Jaibalito gefahren sind ist kurioserweise dem Ärzteblatt zu verdanken, in dem ein Artikel über einen deutschen Arzt stand, mit dem wir uns daraufhin verabredet haben.

Jaibalito liegt am Nordufer des Sees und ist ausschließlich per Boot und per Fuß erreichbar. Dementsprechend gibt es keine Autos, keine Motorräder und keine Tuktuks. Wir fahren mit dem Boot zunächst nach San Pedro, dem Ort der von uns aus hinter dem Vulkan San Pedro liegt und nehmen von dort aus ein weiteres Boot nach Jaibalito. Das Bootfahren ist insofern immer etwas anstrengend, dass man den Fahrpreis jedes Mal aushandeln muss. Es gibt verschiedene Preise für Einheimische, für Pendler und eben auch für Touristen. Meistens muss man dann noch verhandeln und wenn man öfters unterwegs ist, ist das etwas nervig.

Milan gefällt es auch bei Hans, besonders die
Hunde haben es ihm angetan
In Jaibalito übernachten wir in der Posada Jaibalito, die einem deutschen Aussteiger, Hans, gehört. Hans hat einen langen roten Bart und ist sehr freundlich aber zurückhaltend. Die Qualität der Zimmer und des Essens ist sehr gut. Die Preise sind sehr moderat und unterscheiden sich nicht wesentlich von denen von einheimischen Lokalen. Ein Hauptmenü kostet zwischen 2 und 3 Euro, das Bier 50 Cent und die Übernachtung im "dormitorio" mit 8 Betten 3,50 Euro. Für uns ist es schön ein paar Details zu sehen, die Hans aus Deutschland mitgebracht hat. So haben wir hier Bettzeug mit einem Bezug genossen (ansonsten gibt es immer ein Laken mit einer mehr oder weniger wärmenden und mehr oder weniger sauberen Wolldecke) und haben eine deutsche Steckdose gefunden. Zu Essen gibt es Käsespätzle, Wiener Würstchen und Gulasch und dazu Vollkornbrot anstelle von Tortillas. Wir geniessen es sehr, besonders Brot und Käse.

Hans zeigt uns abends noch seine Kaffeeverarbeitung. Er kauft von den Dorfbewohnern zu einem sehr guten Preis Kaffeekirschen an und macht die gesamte Verarbeitung auf kleinstem Raum. Er ist gerade dabei zu rösten, in ein paar Bottichen vor dem Haus fermentiert der frisch geschälte Kaffee und auf dem Dach von einem der Gebäude trocknet er dann. 

Familienfrühstück in der Posada Jaibalito
Neben dem Hostel und Restaurant ist Hans recht aktiv in Jaibalito. Mit ein paar anderen AusländerInnen hat er mitgeholfen ein Recyclingsystem einzuführen und das große Müllproblem zu beherrschen. Dadurch, dass der Ort nur per Boot angebunden ist, hatten sich dort Unmengen an Müll gesammelt. Außerdem haben sie einen lokalen Markt initiiert bei dem sie Produkte wie Kuchen, Brot und Käse verkaufen. Tagsüber kommen immer wieder Leute vorbei, die ihr Handyguthaben aufladen wollen. Hans lässt sich dazu jederzeit rufen und lädt dann mit seinem Handy Guthaben auf. Es gehen viele Menschen ein und aus und abends spielen viele Kinder auf dem Grundstück. es ist schön zu sehen, wie die Posada Jaibalito ein Teil des Dorflebens zu sein scheint.

Abends kommen dann eine ganze Reihe von ausländischen Stammgästen, die in Jaibalito oder in den umliegenden Orten wohnen. Es ist eine skurrile Runde von ausgewanderten US-AmerikanerInnen und EuropäerInnenn. Die älteren sind als Hippies gekommen, die jüngeren haben sich so wohl gefühlt, dass sie nicht mehr nach Hause zurück gekehrt sind. Die gemeinsame Geschichte verbindet diese unterschiedlichen Menschen sehr. Viele arbeiten als freischaffende Künstler und verdienen durch Wohnungsvermietungen etwas dazu, andere geben Yogaunterricht, haben eine Räucherei, machen Musik,...

Der Pfad zwischen Santa Cruz und Jaibalito ist für
so manchen atemberaubenden Blick gut.
Zum Frühstück treffen wir uns Sonntag Morgen mit dem deutschen Arzt und seiner Familie. Mittlerweile arbeitet er so gut wie gar nicht mehr als Arzt, sondern lebt von der Vermietung von luxuriösen Ferienwohnungen. Vor 15 Jahren hat er ein fantastisches Grundstück auf einer Felsklippe in der Nähe von Jaibalito gekauft. Mit ihm und seiner Familie besuchen wir eine Kunstausstellung in Panajachel. 

Nachmittags spazieren wir vom Nachbarort Santa Cruz nach Jaibalito. Ein wunderschöner Trampelpfad mit tollen Ausblicken auf den See. Wir fragen uns, ob man sich an dem wunderbaren Anblick sattsehen kann und kommen zu dem Schluss, dass das wahrscheinlich nicht möglich ist.




2 Kommentare:

  1. Hach, grossartig.

    Ist wirklich toll, so virtuell ein bisschen mit Euch mitzureisen :)

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  2. Danke Frau Nachbarin. Und auch ein schöner Einblick bei Euch immer mal wieder.

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