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Dienstag, 25. Dezember 2012

Weihnachten

Traditionelles guatemaltekisches Weihnachtsessen
Wir wünschen unseren Familien, unseren Freunden und allen LeserInnen schöne Weihnachtstage!

Weihnachten findet dieses Jahr (wie wohl fast jedes Jahr) in Santiago Atitlán bei freundlichen 26 Grad und Sonnenschein statt. Schon in den letzten Wochen war Weihnachten vor allem auf dem Markt bemerkbar. Zunehmend kamen Stände mit Spielzeug, Weihnachtsdekoration und mit weihnachtlichem Obst wie Äpfel, Birnen und Trauben hinzu. Das Obst wird aus den USA importiert und ist deutlich teurer als alle lokal angebauten Früchte.

Außerdem gab es immer mehr Stände mit Böllern und Feuerwerkskörpern und in den letzten Wochen wurde schon relativ viel geknallt. Das Gedränge auf dem Markt ist noch größer als an normalen Markttagen. Neben den normalen Lebensmitteleinkäufen wandern viele Geschenke in die Körbe und Taschen. Vieles davon ist günstiges Plastikspielzeug aus China. An vielen Häusern sieht man bunt blinkende und oft Weihnachtslieder-spielende Lichterketten. Plastikweihnachtsbäume werden in vielen Häusern aufgestellt und geschmückt.

Stille Nacht mit Osama Böllern
Auch wir gehen am 24. Dezember noch einmal auf den Markt, kaufen ein paar Sachen und schauen dem Treiben zu. Zum Abendessen um 22 Uhr sind wir bei unseren Gastgebern eingeladen. Nachmittags schauen wir bei ein paar Freunden vorbei. Weihnachten ist für alle ein sehr wichtiges Fest, aber das beschränkt sich eher auf ein gemeinsames Essen und einen Kirchenbesuch (den eine der großen evangelikalen Kirchen jedoch dieses Jahr hat ausfallen lassen, damit die Leute mehr Zeit mit ihren Familien verbringen können). So wurde in unserer Küche fast den ganzen Tag daran gearbeitet vor den unteren Regalen Türen anzubringen, so dass wir unser Weihnachtsessen (etwas hungrig) auf den ersten Weihnachtstag verschoben haben und auf unserem Hausdach Obstsalat gepicknickt haben.

Um 22 Uhr ist das Weihnachtsessen von unseren Gastgebern und ihren zwei Töchtern. Der Tisch ist festlich gedeckt und mit Kerzen beleuchtet und von dem Computer im Flur wird Musik abgespielt. Milan wollte eigentlich längst schlafen, da er tagsüber kaum geschlafen hatte und als unser Gastgeber ein paar festliche Worte und das Tischgebet sprach musste er sehr laut weinen. Für uns ganz unerwartet gab es richtige Geschenke für jeden von uns.

Leckere Tamales
Die beiden Töchter hatten ihre Geschenke schon am 23. Dezember geöffnet da sie es nicht mehr ausgehalten hatten. Für Gerrit gab es einen Hut mit einem bunten in Santiago gewebten Band, Annkathrin bekam eine Umhängetasche und Milan hat eine komplette Garnitur der traditionellen Kleidung bekommen: Ein rotes Hemd, die traditionelle Hose und den dazugehörigen Stoffgürtel. Am nächsten Tag haben wir es anprobiert und es sieht richtig toll aus. Von anderen Freunden hat er zu seinem Geburtstag eine etwas babytauglichere und aufwändigere Version der traditionellen Hose bekommen. Er ist jetzt gut ausgestattet und es steht ihm richtig gut. "Puro tzutujil" wie sie hier immer sagen, wenn sie ihn in der Kleidung von hier sehen.

Milan in traditioneller Hose. Für das
Gesamtwerk mit Hemd müssen wir noch
ein Fotoshooting anberaumen. 
Zu essen gab es Tamales, das traditionelle Weihnachtsgericht. Es wird aus Maismasse, Huhn oder Fleisch und einer speziellen und arbeitsaufwändigen Soße zubereitet und in großen grünen Blättern eingewickelt gekocht. Zu trinken gab es einen warmen alkoholfreien Früchtepunsch mit viel Ananas und zum Nachtisch gab es das Weihnachtsobst Äpfel, Birnen und Trauben. Wir griffen nach den im Korb versteckten lokal gewachsenen Mandarinen und erklärten, dass bei uns in der Winterzeit die Mandarinen und Ananas das "exotischere" Obst sind. Wir haben einen schönen Weihnachtsabend, unterhalten uns über unterschiedliche Weihnachtstraditionen und darüber wie uns das Leben hier so gefällt.

Um Mitternacht ging dann das Geböller draußen los. Wir hatten etwas Angst davor, aber zum Glück grenzt unser Haus nicht direkt an eine Straße, so dass wir so weit weg sind, dass es zwar laut, aber nicht unangenehm ist. Milan ist so geschafft, dass er seelenruhig weiter schläft.

2 Kommentare:

  1. Gefällt mir...vor allem Milan in ganz traditioneller Hose...ich bin gespannt wie er sich im Gesamtwerk mit Hemd macht...:-) Tschüss Ramona

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  2. Love Milan's photoshoot, you were saying football player, I say model!


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